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Physiologie der Verdauung des Pferdes

Der Beginn und das Ende jeder Mahlzeit werden durch Feedback Mechanismen reguliert. Dazu gehören nicht homöostatische (orosensorische) Signale (Vergrößerung oder Verkleinerung der Mahlzeit), externe Reize (optische Eindrücke Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen), Präresorptive interne Signale (z.B. Darmfüllung) und Postresorptive homöostatische Signale wie der Blutglukosespiegel und der aktuelle Zustand der Fettreserven. Prinzipiell bezieht das Pferde die hauptsächlich benötigte Energie durch das Verbrennen von Nährstoffen aus Gräsern und Pflanzen. Im Verdauungstrakt werden diese überwiegend hochpolymere Verbindungen zu resorptionsfähigen Bausteinen abgebaut. Im Vergleich zum restlichen Verdauungstrakt umfasst der relativ kleine Magen ein Volumen von ca. 17-20 l (bei 550 kg Pferd). Er ist begrenzt dehnbar und durch eine feste Muskelschicht verschlossen, somit ist Erbrechen nicht möglich. Die zu schnelle Aufnahme von zu großen Futtermengen kann zu Obstipationen führen. Der Magensaft wird von den Drüsen des Fundus- bzw. des Corpusbereichs sezerniert. Die Magensaftsekretion kann durch zu großen Mengen an Kraftfutter gestört werden und zu einer Verschiebung des PH-Wertes führen, welche wiederum Magengeschwüre auslösen kann. Die Zellulose (mit ß-glykosidische Bindungen) wird in Fermentationskammern im Dickdarm, durch Mikroorganismen zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Werden zu viele leicht fermentierbare Kohlenhydrate in Form von Stärke gefüttert, kommt es zu kritischen Veränderungen der Mikrobiellen Population und kann somit zu Verdauungsproblemen und Koliken führen. Die aufgenommenen Proteine werden zunächst im Magen und dann im Dünndarm mithilfe von Peptidasen zu Aminosäuren umgewandelt.